Die 777 Wanderer

Der letzte Weg von Elesmera

Es gibt Geschichten, die werden geschrieben.

Und es gibt Geschichten, die werden erinnert.

Die Geschichte der 777 gehört zu den Letzteren.

Vor dreihundert Jahren stand Elesmera vor seiner größten Prüfung. Eine Stadt, geschaffen aus dem Willen aller Völker. Eine Heimat ohne Grenzen. Ein Ort, an dem Mensch, Elf, Zwerg, Ork, Gargoyle und alle anderen Wesen nicht durch Herkunft definiert wurden.

Doch selbst eine Welt, die vereint ist, kann fallen.

Der Schatten des Dämonenkönigs

Niemand weiß genau, wann Razágh zum ersten Mal erschien. Einige Chronisten behaupten, er kam aus einer vergessenen Dimension. Andere glauben, er sei schon immer dort gewesen und habe nur auf den richtigen Moment gewartet.

Sicher ist nur: Als die ersten Dämonen über Elesmera kamen, kämpften die Völker nicht gegeneinander. Sie kämpften gemeinsam.

Die Mauern hielten. Die Magier kämpften. Die Schmiede erschufen Waffen. Die Heiler versorgten Verwundete.

Doch Razágh kam nicht, um eine Schlacht zu gewinnen. Er kam, um Hoffnung zu zerstören.

Der Schutzkreis der letzten Magier

Als die Verteidigung der Stadt zu brechen begann, trafen sich die mächtigsten Magier Elesmeras.

Nicht in einem Palast. Nicht in einem Tempel.

Sondern auf dem zentralen Platz der Stadt.

Dort bildeten sie den größten Schutzkreis, den die Welt je gesehen hatte.

Sieben Kreise. Sieben Runen. Sieben Tage ohne Schlaf.

Der Bann war so mächtig, dass er den Himmel selbst veränderte. Die Sonne verdunkelte sich. Die Sterne verschwanden. Ein ewiger Schatten legte sich über Elesmera.

Doch Razágh wurde aufgehalten. Nicht besiegt. Aber aufgehalten.

Die letzte Hoffnung

Während die Magier den Schutzkreis aufrechterhielten, arbeitete Arion Val'Thar an der einzigen Möglichkeit, die noch blieb.

Einen Weg hinaus.

Nicht um zu fliehen.

Sondern um zurückzukehren.

Ein Riss zwischen den Dimensionen sollte geöffnet werden. Eine Verbindung zu einer alten Welt.

Sosaria.

Die Auswahl der 777

Nicht jeder durfte den Riss betreten.

Nicht jeder wollte es.

Denn wer Elesmera verließ, ließ alles zurück. Familie. Freunde. Seine Heimat.

Die 777 wurden nicht nach Stärke ausgewählt. Nicht nach Herkunft. Nicht nach Rang.

Sie wurden ausgewählt nach dem, was Elesmera immer ausgemacht hatte: Charakter.

Unter ihnen waren Krieger. Magier. Handwerker. Forscher. Heiler. Händler. Junge und Alte. Bekannte Namen und einfache Bewohner.

Gemeinsam trugen sie die Hoffnung einer ganzen Welt.

Der Abschied

Am Tag des Übergangs versammelten sich die Bewohner Elesmeras am Tor des Risses.

Niemand jubelte.

Niemand feierte.

Denn jeder wusste: Vielleicht würden sie niemals zurückkehren.

Die 777 gingen nicht als Helden.

Sie gingen als diejenigen, die bereit waren, alles zu verlieren.

Die Ankunft in Sosaria

Als der Riss sich öffnete, fanden sie keine leere Welt vor.

Sie fanden Britannia.

Eine Welt voller eigener Geschichten. Eigener Konflikte. Eigener Hoffnungen.

Die Bewohner Sosarias kannten keine Elesmeraner. Sie kannten ihre Geschichte nicht. Sie wussten nichts vom Krieg gegen Razágh.

Für viele waren die Fremden zunächst nur Eindringlinge.

Doch die Zeit sollte zeigen: Die 777 brachten nicht nur Wissen nach Sosaria. Sie brachten eine Idee.

Die verlorenen Jahre

Niemand weiß, was aus allen Mitgliedern der 777 wurde.

Einige fanden neue Heimat. Andere verschwanden. Manche wurden zu Legenden.

Doch überall in Sosaria existieren Geschichten über Fremde, die vor Jahrhunderten kamen.

Über einen Schmied, der neue Techniken lehrte. Über einen Magier, der vergessene Geheimnisse kannte. Über Krieger, die niemals nach Ruhm suchten.

Vielleicht waren es die 777. Vielleicht nur Menschen, die von ihnen inspiriert wurden.

Die offene Frage

Bis heute bleibt eine Frage unbeantwortet:

Was geschah mit Elesmera?

Hat Razágh die Stadt eingenommen?

Halten die letzten Bewohner noch immer stand?

Oder wartet Elesmera nur darauf, dass jemand zurückkehrt?

Eines ist sicher: Der Riss wurde von unserer Seite geschlossen. Aber kein Siegel hält für immer.